Was ist Teakholz?
Eigenschaften, Qualitätsklassen und die Frage nach dem Öl
Teak gilt als das Holz für draußen. Wie dauerhaft es tatsächlich ist, hängt aber nicht am Namen, sondern daran, welcher Teil des Stammes verarbeitet wurde. Auf dieser Seite lesen Sie, was der Teakbaum ist, was die Handelsklassen Grade A bis C wirklich bedeuten, warum die Norm nur das Kernholz bewertet, und ob Sie Ihre Möbel ölen sollten.
Der Teakbaum und sein Holz
Teak ist kein Handelsname, sondern das Holz einer bestimmten Baumart. Herkunft, Wuchs und die natürliche Ausstattung des Holzes erklären, warum es für den Außenbereich taugt.
Tectona grandis, ein tropischer Laubbaum
Der Teak Baum, botanisch Tectona grandis, gehört zur Familie der Lippenblütler und wächst 25 bis 30 Meter hoch, der Stamm erreicht bis zu 1,5 Meter Durchmesser. Heimisch ist er in Süd- und Südostasien, vor allem in Indien und Indonesien, daneben in Kambodscha, Laos und Thailand. Angebaut wird er außerdem in Westafrika sowie in Costa Rica, Panama und Brasilien.
Öle und Gummiharze stecken schon drin
Das Besondere am Teak sind seine natürlichen Öle und Gummiharze. Sie machen das Holz widerstandsfähig gegen Wasser, Insekten und Fäulnis, ganz ohne chemischen Holzschutz. Genau deshalb wird Teak seit jeher im Schiffbau für Decks verwendet, und genau deshalb braucht es draußen keine Imprägnierung.
Ein schweres Hartholz
Teak Holz stammt von einem Laubbaum und ist ein Hartholz mit entsprechender Dichte. Kammergetrocknet, also bei etwa 12 Prozent Holzfeuchte, wiegt es 650 bis 750 Kilogramm je Kubikmeter. Das merkt man beim Tragen einer Bank, und es ist ein erster Anhaltspunkt beim Prüfen, ob man echtes Teak vor sich hat.
Vom Stamm zum Möbelteil
Gefällt wird meist in der Trockenzeit, damit möglichst wenig Feuchtigkeit im Holz steckt. Nach dem Zuschnitt trocknet das Holz mehrere Wochen bis Monate an der Luft, danach wird es gehobelt und geschliffen. Erst am Ende erfolgt die Sortierung nach Qualitätsklassen, und die entscheidet über die Dauerhaftigkeit.
Wie dauerhaft ist Teak wirklich?
Die Dauerhaftigkeit von Holz gegen holzzerstörende Pilze wird in der europäischen Norm EN 350 in fünf Klassen eingeteilt, gemessen als Masseverlust einer Probe im Prüfversuch. Klasse 1 heißt sehr dauerhaft und bedeutet einen Masseverlust von höchstens 5 Prozent. Asiatisches Teak wird in diese oberste Klasse eingestuft. Zum Vergleich: Eiche liegt in Klasse 2, Lärche und Douglasie in Klasse 3 bis 4.
Der wichtigste Satz der Norm wird im Handel selten zitiert: Dauerhaftigkeitsklassen beziehen sich ausschließlich auf das Kernholz. Splintholz, also der äußere, jüngere Bereich des Stammes, gilt normativ immer als nicht dauerhaft. Ein Möbelstück aus Teak ist also nicht automatisch dauerhaft, sondern nur dann, wenn tatsächlich Kernholz verbaut wurde.
Angaben wie Klasse 1 bis 2 sind kein Zeichen von Unsicherheit, sondern in der Norm vorgesehen. Streuen die Prüfwerte über zwei Klassen und liegen in jeder mindestens 40 Prozent der Werte, wird die Spanne angegeben statt eines Mittelwerts. Naturprodukt heißt eben auch: Schwankung zwischen Herkunft, Standort und Alter des Baumes.
Grade A, B und C, und was dahintersteckt
Die Qualitätsklassen im Teakhandel klingen nach Optik, sind aber im Kern eine Aussage über das Verhältnis von Kern- zu Splintholz. Zusammen mit der Norm ergibt sich daraus direkt, wie lange ein Möbelstück draußen durchhält.
| Klasse | Was verarbeitet wird | Aussehen | Was die Norm dazu sagt |
|---|---|---|---|
| Premium, Grade A | ausschließlich Kernholz reifer Bäume | gleichmäßig goldbraun, klare Maserung | Dauerhaftigkeitsklasse 1 gilt für dieses Holz |
| Medium, Grade B | Mischung aus Kern- und Splintholz | mäßige Farbabweichungen, weniger gleichmäßig | nur der Kernholz-Anteil trägt die Klasse |
| Standard, Grade C | hauptsächlich Splintholz | deutliche Farbabweichungen | Splintholz gilt normativ als nicht dauerhaft |
| Reclaimed | Altholz aus Gebäuden oder Booten | variiert stark, Patina und Gebrauchsspuren | Klasse hängt am Ausgangsholz, nicht am Alter |
| Plantation | auf Plantagen angebautes Holz | meist gute bis sehr gute Qualität | oft weniger beständig als wildgewachsenes Teak |
Welches Teak wir verarbeiten
Für die Gartenbank aus Teakholz aus eigener Fertigung verwenden wir Teak der Klasse Grade A aus Indonesien, also reines Kernholz. Damit greift die Dauerhaftigkeitsklasse 1 vollständig.
Unser weiteres Teak-Sortiment, also Bänke, Stühle und Tische, stammt aus Fertigungen unserer Partner. Qualitätsklasse und Herkunft unterscheiden sich dort je nach Artikel. Wir machen deshalb bewusst keine pauschale Aussage über das gesamte Sortiment, sondern nennen sie Ihnen auf Anfrage zum konkreten Stück.
Bei den Gartenmöbeln nach Maß steht Teak neben Cumaru, Garapa, Douglasie, Lärche und Eiche zur Wahl. Die fünf anderen sind entweder heimische Hölzer oder südamerikanische Harthölzer, und sie unterscheiden sich in der Dauerhaftigkeit deutlich voneinander.
Teakholz pflegen: ölen oder vergrauen lassen
Unbehandelt nimmt Teak im Freien mit der Zeit eine silbergraue Patina an. Das ist kein Schaden und kein Qualitätsverlust, sondern eine Veränderung der Oberfläche. Trotzdem sollten Sie sich früh entscheiden, denn ein Mittelweg funktioniert nicht.
Weg eins, vergrauen lassen
Sie tun nichts außer gelegentlich reinigen. Das Holz wird über eine bis zwei Saisons gleichmäßig silbergrau. Die Dauerhaftigkeit leidet dabei nicht, weil sie an den natürlichen Ölen im Holz hängt und nicht an der Oberfläche. Das ist der pflegeärmste und optisch verlässlichste Weg.
Weg zwei, die goldbraune Farbe halten
Wer den ursprünglichen Farbton behalten will, ölt das Holz und wiederholt das einmal jährlich. Das Öl bewahrt die Farbe und legt eine zusätzliche Schutzschicht auf die Oberfläche. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit, nicht die Menge.
Was Sie nicht tun sollten
Einmal ölen und dann aufhören. Das Holz vergraut trotzdem, aber nicht gleichmäßig, sondern schwarz-fleckig und ungleichmäßig. Wer wieder auf goldbraun zurück will, muss die vorhandene Patina erst abschleifen und danach neu ölen. Nötig ist die Behandlung ohnehin nicht: Teak bringt seine Öle selbst mit.
Reinigen reicht meistens
Für die normale Pflege genügen Wasser, eine weiche Bürste und milde Seife, in Faserrichtung gearbeitet. Kein Hochdruckreiniger, er reißt die weichen Frühholzzonen aus der Oberfläche. Weitere Anleitungen finden Sie unter Produkt-Pflege.
Woran Sie echtes Teak erkennen
Teak wird häufig imitiert oder mit ähnlich aussehenden Tropenhölzern verwechselt. Fünf Merkmale helfen weiter, am besten in Kombination.
Farbe und Maserung
Frisches Teak ist goldbraun bis dunkelbraun mit einer geraden, gleichmäßigen Maserung. Starke Farbunterschiede innerhalb eines Bauteils deuten auf Splintholzanteile hin, also auf eine niedrigere Handelsklasse.
Oberfläche und Geruch
Echtes Teak fühlt sich durch die natürlichen Öle glatt und leicht ölig an und riecht charakteristisch würzig, besonders an einer frischen Schnittfläche.
Gewicht
Mit 650 bis 750 Kilogramm je Kubikmeter ist Teak deutlich schwerer als die meisten heimischen Nadelhölzer. Ein auffällig leichtes Möbelstück ist ein Warnsignal.
Fragen Sie nach der Klasse
Die verlässlichste Prüfung ist die Nachfrage: Welche Qualitätsklasse, welcher Anteil Kernholz, welche Herkunft. Wer darauf keine Antwort bekommt, sollte den Preis kritisch betrachten.
Häufig gestellte Fragen
Quellen
- EN 350:2016, Durability of wood and wood-based products. Frei einsehbare Normvorschau mit den Dauerhaftigkeitsklassen 1 bis 5, den Masseverlust-Grenzen und dem Hinweis, dass die Klassen ausschließlich für Kernholz gelten
- Dauerhaftigkeitsklassen nach DIN EN 350, Übersicht des Sachverständigenbüros Bartel und des Architekten Hans-Joachim Rüpke mit der Einstufung der einzelnen Holzarten
- Holzartenwahl für den Außenbereich, dieselbe Quelle
- Gartenbank aus Teakholz, eigene Fertigung in Grade A
- Gartenmöbel nach Maß in sechs Holzarten
Zuletzt fachlich geprüft am: 24.08.2026 · Prüfer: Germes-Team
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