Germes Ratgeber

Was ist UPF?
Der UV-Schutzfaktor von Textilien und was er wirklich abdeckt

UPF sagt, wie viel Sonnen-UV ein Gewebe von der Haut fernhält. Gemessen wird das nach drei verschiedenen Verfahren, die zu unterschiedlichen Zahlen für denselben Stoff führen können. Diese Seite erklärt die Skala, nennt die Werte unserer Stoffe mit der jeweiligen Prüfnorm und sagt offen, wo die bekannteste dieser Normen ihre eigene Grenze zieht.

Grundlagen

Was hinter der Zahl steckt

UPF steht für Ultraviolet Protection Factor. Die Zahl ist ein Verhältnis, kein Prozentwert, und sie beschreibt das Gewebe, nicht das fertige Produkt.

UPF Erklärung in einem Satz

Der UPF ist das Verhältnis der UV-Dosis, die ungeschützte Haut bis zur Rötung verträgt, zu der Dosis, die durch den Stoff hindurch ankommt. **UPF 50 heißt: nur ein Fünfzigstel der UV-Strahlung kommt durch.** Gemessen werden dabei UVA und UVB gemeinsam.

Nicht dasselbe wie der Lichtschutzfaktor

Der Lichtschutzfaktor einer Sonnencreme wird an der Haut ermittelt und bezieht sich auf die Rötung durch UVB. Der UPF wird im Labor am Gewebe gemessen und schließt UVA ein. Beide Zahlen sehen ähnlich aus, entstehen aber auf völlig verschiedenen Wegen und sind nicht ineinander umrechenbar.

UV-Schutz ist nicht UV-Beständigkeit

Zwei Fragen werden oft verwechselt. Der UPF beschreibt, wie gut der Mensch **unter** dem Stoff geschützt ist. Wie gut der Stoff **selbst** die Sonne verträgt, ohne auszubleichen, ist die Lichtechtheit und wird ganz anders gemessen, siehe Was ist Lichtechtheit?.

Was den Wert hebt und senkt

Hoch schützen dichte Bindung, hohes Flächengewicht und dunkle, satte Farben. Gesenkt wird der Schutz durch Nässe, Dehnung, Verschleiß und dünne Stellen. Ein heller, leichter Stoff kann nass um mehrere Klassen abrutschen, ohne dass man es sieht.

UPF Bedeutung: die drei Schutzklassen

Die Einteilung stammt aus der australischen Norm und ist international üblich geworden. Über der höchsten Klasse wird nicht weiter differenziert.

UPF-WertBewertungAnteil geblockter UV-Strahlung
15 bis 24guter Schutz93,3 bis 95,9 Prozent
25 bis 39sehr guter Schutz96,0 bis 97,4 Prozent
40 bis 50+höchster Schutz97,5 bis 99,9 Prozent
unter 15keine Einstufungwird nicht als Sonnenschutz ausgewiesen

Drei Prüfverfahren, drei Blickwinkel

AS/NZS 4399, der Bekannteste
Die australisch-neuseeländische Norm ist das weltweit meistgenutzte Verfahren und die Quelle der Schutzklassen oben. Gemessen wird am **neuen, trockenen, ungedehnten** Gewebe. Die höchste vergebene Klasse ist UPF 50+, darüber wird nicht weiter ausgewiesen.
Was diese Norm ausdrücklich nicht abdeckt
Sie ist für Kleidung geschrieben, die **nah an der Haut** getragen wird. Beschattung mit Abstand zum Körper, also Sonnensegel, Markisen und Schirme, nimmt der Normtext ausdrücklich aus: durch Streustrahlung von den Rändern her kommt unter einer Beschattung mehr UV an, als der Materialwert vermuten lässt, abhängig von Fläche und Abstand. Der Stoffwert bleibt richtig, die Schutzwirkung am Liegestuhl ist eine zweite Frage.
EN 13758-1 und UV Standard 801
Die europäische Norm misst ebenfalls am neuen, trockenen Gewebe. Der UV Standard 801 geht einen anderen Weg und prüft **nass, gedehnt und nach Gebrauchssimulation**, also im ungünstigsten Fall. Deshalb fällt sein Wert für denselben Stoff in der Regel niedriger aus, und deshalb wird er für Beschattungstextilien empfohlen. Wer zwei UPF-Zahlen vergleicht, muss zuerst die Norm vergleichen.

UPF-Werte im Sortiment

Die Werte stammen aus den Datenblättern und Prüfberichten unserer Stofflieferanten, jeweils mit der Norm, nach der geprüft wurde. Welche Färbung ein Stoff hat, steht unter spinndüsengefärbt.

StoffgruppeUPFgeprüft nachAnmerkung
Agora, spinndüsengefärbtes Acryl (Air, Liso, Lines, Rayure, Panama, Life)50+AS/NZS 4399:1996höchste Klasse der Norm, Herstellerangabe im Datenblatt
Agora Liso Waterproof, mit Rückseiten-Laminat50+AS/NZS 4399:1996Laminat bei der Verarbeitung nach innen legen
Acrisol Liso (Dralon), konventionell gefärbtes Acryl50AS/NZS 4399:1996Prüfbericht Eurofins AR-19-YL-000693-01-EN, UVA und UVB je 0,00 Prozent Transmission
Screengewebe für Beschattung20 bis 45 je nach FarbeEN 13758-1dunkle, dichte Farbtöne schützen deutlich besser als helle
Polsterstoffe für Innen und Sitzflächennicht ausgewiesen-hier zählt die Lichtechtheit, nicht der UPF
Praxis

Was die Zahl im Garten wert ist

Der Laborwert gilt für den Neuzustand des flach gespannten Gewebes. Vier Punkte entscheiden darüber, wie viel davon beim Menschen ankommt.

Abstand kostet Schutzwirkung

Unter einem Sonnensegel trifft nicht nur die Strahlung von oben auf, sondern auch Streulicht von den Seiten und vom Boden. Je größer die beschattete Fläche und je niedriger die Montage, desto näher kommt die Wirkung am Materialwert. Ein kleines Segel hoch über dem Tisch schützt spürbar weniger, als seine Zahl verspricht.

Nasser Stoff schützt schlechter

Wasser füllt die Zwischenräume der Bindung und lässt mehr UV hindurch. Bei dichten Acryl-Geweben ist der Effekt gering, bei leichten und hellen Stoffen deutlich. Nach einem Regenschauer ist der Schutz also vorübergehend geringer als am trockenen Tag.

Der Wert altert mit

Gemessen wird am neuen Gewebe. Jahre unter der Sonne, Waschen und Abrieb lockern die Struktur, dünne Stellen und Löcher senken den Schutz drastisch. Wer eine Beschattung gegen Licht hält und Himmel durchscheinen sieht, sollte den Stoff tauschen.

Worauf beim Kauf zu achten ist

Verlangen Sie zur UPF-Angabe immer die Norm dazu. Eine Zahl ohne Norm ist nicht vergleichbar. Bei uns steht sie in jedem Datenblatt, und ein Stoffmuster zeigt die Dichte am schnellsten: gegen das Licht halten und schauen, wie viel durchkommt.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen

Es kommt ein Fünfzigstel der UV-Strahlung durch, also rund zwei Prozent, geblockt werden etwa 98 Prozent. Damit liegt der Stoff in der höchsten Klasse. Der Zusatz Plus bedeutet nur, dass die Norm oberhalb von 50 nicht weiter unterteilt, nicht dass der Schutz unbegrenzt wäre.

Nach der australisch-neuseeländischen Norm nicht, dort endet die Skala bei 50+. Der UV Standard 801 vergibt höhere Zahlen bis 80, misst dafür aber nass, gedehnt und gebrauchssimuliert. Höhere Zahl heißt hier also nicht automatisch besserer Stoff, sondern zunächst anderes Verfahren.

Das Material lässt nur zwei Prozent durch, unter dem Segel kommt aber zusätzlich Streulicht von den Seiten an. Deshalb nimmt die Norm für Kleidung Beschattung mit Abstand zum Körper ausdrücklich aus. Ein Sonnensegel senkt die UV-Belastung erheblich, ersetzt an heißen Mittagstunden aber keine Sonnencreme.

Bei unseren Acryl-Geweben liegt der Schutz in der Faser und der Bindung, nicht in einer Ausrüstung, die sich auswaschen ließe. Was leidet, ist die wasserabweisende Ausrüstung. Bei Stoffen, deren UV-Schutz auf einer Beschichtung beruht, kann häufiges Waschen den Wert dagegen senken.

Welcher Stoff passt zu Ihrem Sonnenplatz?

Sagen Sie uns, wie groß die Fläche ist und wie hoch die Beschattung hängt. Wir nennen Ihnen die passenden Stoffe mit ihren geprüften Werten und schicken auf Wunsch Muster.