Holzarten für Gartenmöbel
sechs Hölzer und ihre Dauerhaftigkeit im Vergleich
Welches Holz für Gartenmöbel das richtige ist, entscheidet sich an einer einzigen Größe: der Dauerhaftigkeit gegen holzzerstörende Pilze. Dafür gibt es eine europäische Norm mit fünf Klassen. Diese Seite ordnet die sechs Hölzer aus unserer Maßfertigung ein, erklärt, warum die Klasse nur für das Kernholz gilt, und was das für die Lebensdauer bedeutet.
Die fünf Dauerhaftigkeitsklassen nach EN 350
Die europäische Norm EN 350 misst, wie stark eine Holzprobe im Prüfversuch durch holzzerstörende Pilze an Masse verliert. Aus diesem Masseverlust ergibt sich die Klasse. Das ist keine Schätzung und kein Werbebegriff, sondern ein Messergebnis.
| Klasse | Bezeichnung | Masseverlust im Prüfversuch |
|---|---|---|
| 1 | sehr dauerhaft | höchstens 5 Prozent |
| 2 | dauerhaft | über 5 bis 10 Prozent |
| 3 | mäßig dauerhaft | über 10 bis 15 Prozent |
| 4 | wenig dauerhaft | über 15 bis 30 Prozent |
| 5 | nicht dauerhaft | mehr als 30 Prozent |
Holzarten Gartenmöbel - die sechs aus unserer Maßfertigung
Bei den Gartenmöbeln nach Maß stehen sechs Hölzer zur Wahl. Sie unterscheiden sich in der Dauerhaftigkeit um mehrere Klassen, und das ist der wichtigste Unterschied zwischen ihnen.
| Holzart | Klasse nach EN 350 | Herkunft | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Teak | 1 | Süd- und Südostasien | sehr dauerhaft, natürliche Öle und Gummiharze, der Maßstab für draußen |
| Cumaru | 1 bis 2 | Südamerika | sehr dauerhaft bis dauerhaft, sehr schweres und hartes Holz |
| Garapa | 1 bis 2 | Südamerika | sehr dauerhaft bis dauerhaft, hell, deutlich leichter als Cumaru |
| Eiche | 2 | Europa | dauerhaft, das beständigste heimische Holz im Vergleich |
| Douglasie | 3 bis 4 | Europa | mäßig bis wenig dauerhaft, günstig, braucht einen geschützten Standort |
| Lärche | 3 bis 4 | Europa | mäßig bis wenig dauerhaft, heimischer Klassiker mit begrenzter Standzeit |
Tropenholz und heimisches Holz
Die sechs Hölzer zerfallen in zwei Gruppen, und die Trennlinie verläuft genau zwischen Klasse 2 und Klasse 3. Das ist kein Zufall, sondern hat mit dem Wuchs zu tun.
Hartholz Gartenmöbel: Teak, Cumaru, Garapa
Langsam gewachsen, dicht und mit hohem Anteil an Inhaltsstoffen, die Pilze und Insekten abwehren. Sie erreichen die Klassen 1 und 2 und halten im Freien ohne chemischen Holzschutz. Der Preis liegt entsprechend höher, und beim Kauf lohnt der Blick auf Herkunft und Qualität, bei Teak insbesondere auf die Handelsklasse.
Die heimischen: Eiche, Douglasie, Lärche
Kürzere Transportwege, niedrigerer Preis, geringere Dauerhaftigkeit. Eiche ist mit Klasse 2 die stärkste unter ihnen. Douglasie und Lärche liegen bei 3 bis 4, halten also im direkten Erdkontakt und bei Dauernässe nur begrenzt. Auf einer überdachten Terrasse sind Douglasie Gartenmöbel trotzdem eine sinnvolle und deutlich günstigere Wahl.
Sibirische Lärche ist nicht dauerhafter
Ein verbreiteter Irrtum: langsamer Wuchs im kalten Klima macht das Holz zwar dichter, aber die Einstufung bleibt bei 3 bis 4. Die Herkunftsbezeichnung allein ist kein Qualitätsmerkmal.
Was Sie beim Tropenholz fragen sollten
Herkunftsland, Qualitätsklasse und Zertifizierung. Bei Teak entscheidet die Handelsklasse darüber, ob überhaupt Kernholz verbaut ist, und davon hängt die Dauerhaftigkeit ab.
Was die Klasse nicht sagt
Der entscheidende Satz der Norm: Dauerhaftigkeitsklassen beziehen sich ausschließlich auf das Kernholz. Splintholz, der äußere und jüngere Bereich des Stammes, gilt immer als nicht dauerhaft, solange keine Prüfdaten etwas anderes belegen. Ein Möbelstück aus einem Klasse-1-Holz ist also nur dann dauerhaft, wenn tatsächlich Kernholz verarbeitet wurde. Genau darüber entscheiden bei Teak die Handelsklassen Grade A bis C.
Angaben wie 1 bis 2 oder 3 bis 4 sind in der Norm ausdrücklich vorgesehen. Streuen die Prüfwerte über zwei Klassen und liegen in jeder mindestens 40 Prozent der Werte, wird die Spanne angegeben statt eines Mittelwerts. Holz ist ein Naturprodukt, und Standort, Alter und Herkunft eines Baumes wirken sich messbar aus.
Die Klasse beschreibt allein den Widerstand gegen Pilzbefall. Ob ein Holz hell oder dunkel ist, ob es schwer zu tragen ist, wie es sich anfühlt und was es kostet, steht auf einem anderen Blatt. Cumaru und Garapa liegen in derselben Klasse und sind trotzdem sehr verschiedene Hölzer.
Welches Holz für welchen Standort
Nicht das dauerhafteste Holz ist automatisch das richtige. Vier Fragen führen schneller zur Entscheidung als jede Klassenzahl.
Steht das Möbel überdacht oder frei?
Frei im Garten, ohne Überdachung und mit Bodenkontakt: dann lohnt Klasse 1 oder 2, also Teak, Cumaru, Garapa oder Eiche. Auf einer überdachten Terrasse reichen Douglasie und Lärche gut aus, weil die Dauernässe fehlt, die sie angreift.
Wie lange soll es halten?
Ein Klasse-1-Holz übersteht Jahrzehnte im Freien, ein Klasse-3-Holz eher Jahre als Jahrzehnte. Wer alle paar Jahre umgestaltet, braucht die oberste Klasse nicht.
Wollen Sie pflegen?
Alle sechs Hölzer vergrauen unbehandelt zu einer silbergrauen Patina, ohne dass die Festigkeit leidet. Wer den ursprünglichen Farbton halten will, muss regelmäßig ölen, und zwar dauerhaft. Einmal ölen und dann aufhören führt zu fleckigem Vergrauen.
Wie wichtig ist das Gewicht?
Cumaru gehört zu den schwersten Hölzern überhaupt. Für eine feste Bank ist das ein Vorteil, für ein Möbelstück, das öfter umgestellt wird, eher nicht. Garapa und die heimischen Hölzer sind deutlich leichter zu bewegen.
Häufig gestellte Fragen
Quellen
- EN 350:2016, Durability of wood and wood-based products. Frei einsehbare Normvorschau mit den fünf Dauerhaftigkeitsklassen, den Masseverlust-Grenzen und dem Hinweis, dass die Klassen ausschließlich für Kernholz gelten
- Dauerhaftigkeitsklassen nach DIN EN 350, Übersicht des Sachverständigenbüros Bartel und des Architekten Hans-Joachim Rüpke mit der Einstufung der einzelnen Holzarten
- Holzartenwahl für den Außenbereich, dieselbe Quelle
- Gartenmöbel nach Maß in allen sechs Holzarten
Zuletzt fachlich geprüft am: 24.08.2026 · Prüfer: Germes-Team
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